Der Malachit-Stachelleguan (Sceloporus malachiticus; Cope 1864)
Sceloporus malachiticus - Paar auf dem Sonnenplatz
Sceloporus malachiticus erreichen Gesamtlängen bis maximal 20 cm, wobei die männlichen Exemplare etwas Größer sind als die Weiblichen. Es handelt sich um eine Gebirgsart, die in Kiefern- und anderen Nadelwäldern in Höhenlagen zwischen 600m NN und 3.800m NN lebt. Hier ist es ein typischer Baumbewohner, der aber auch bewachsene Felsen und Mauern besiedelt.
Die Art kommt in Mittelamerika (Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua bis nach Costa Rica) vor. Verbreitungskarte aus: malachit-stachelleguan.de

Als Baumbewohner werden vertikale Flächen bevorzugt genutzt. Es bedarf also eines recht hohen Terrariums. Bedingt durch das Leben in höheren Gebirgslagen sind im Terrarium Nachtabsenkungen der Temperaturen zum Wohlbefinden ter Tiere erforderlich.
Haltungsbedingungen bei uns
Wir haben ein Terrarium mit dem Maßen 80 x 35 x 80 cm aus dem Eigenbau. Die Rückwand ist mit Naturkorkplatten verkleidet und ist sozusagen die zumeist genutzte Grundfläche für die Tiere. Ausserdem sind diverse Korkrinden und ein Baumstamm in dem Becken, die ebenfalls gezutzt werden. Die Grundbeleuchtung stellt eine 18 Watt Arcadia D3, die im Becken montiert ist. Der Sonnenplatz ist ein frei im Becken hängender 60 Watt Strahler unter dem eine Korkröhre platziert ist (siehe Bild am Beginn der Seite). In einem Baumstamm ist eine Bromelie eingebracht und am Boden komplettiert ein Farn die Einrichtung.
Das Terrarium ist mit den L. schreiberi in einem Raum, in dem das Fenster, ausser bei Frost, stets offen ist. Wir sprühen morgends und abends im Becken. Vom ersten Augenblick an erwies sich in jeder Hinsicht der Tausch und die Trennung von den S. magister als voller Erfolg. Die Malachiticus sind wenig scheu, gut zu beobachten, fressen und wachsen gut.
Die Zukunft wird zeigen, ob die Tiere diese Bedingungen mit Nachzuchten belohnen...
Nachtrag 2007
Die Gruppe ist mittlerweile auf 1,2 angewachsen und lebt in einem Eigenbauterrarium der Maße 90 x 40 x 120 cm (L x B x H) mit ähnlichem Innenraumkonzept wie das vorherige. Allerdings besteht die Beleuchtung nun aus zwei 60w-Baustrahlern, aus denen die Frontscheiben gegen Alufliegengaze ersetzt wurden. Letzteres dient der Versorgung der Tiere mit Licht aus dem UV-Spektrum, welches durch die Glasscheiben herausgefiltert würde. Der größere Raum ermöglicht auch eine weitere Bepflanzung des Beckens sowie eine Bestückung mit dicken Ästen.
Terrarium für Sceloporus malachiticus 2008
Die Tiere sind hier sehr viel lebhafter und besser zu beobachten. Sprünge von 40 - 50cm durch das Becken sind keine Seltenheit. Fazit: Ein größeres Terrarium macht hier dem Beobachter und den Insassen sehr viel mehr Spaß.
Ende September 2007 konnte eine Paarung beobachtet werden...
Nachzucht 2008
Am 24.01.2008 wurden von dem Weibchen, mit dem die Paarung beobachtet werden konnte, 6 Junge abgesetzt. Malachit-Stachelleguane sind ovovipar, d. h. eilebendgebährend. Die Eier werden von der Mutter bis zur Schlupfreife ausgetragen und die nur sehr dünne Eihaut wird direkt beim Absetzen von den Kleinen durchtrennt und sie suchen umgehend das Weite. Die kleinen Leguane weisen eine Gesamtlänge von etwa 5,5cm auf.
Die Jungtiere wurden in ein Terrarium mit 40cm Kantenlänge überführt. Entgegen anders lautender Berichte konnte beobachtet werden, dass sogar die Mutter ihren Jungen nachstellte. Des Leibesumfangs nach zu urteilen und anderen Berichten zu Folge können wir davon ausgehen, dass ursprünglich mehr Junge als diese sechs abgesetzt wurden und einige bereits von der Mutter gefressen wurden. Normalerweise hätte man mit 8 bis 12 Jungtieren rechnen können...
Das Terrarium der Jungtiere verfügt über einen Stamm aus Korkrinde sowie einer Bepflanzung mit einem kleinen Bonsai-Bäumchen. Letzteres soll Deckung bieten und sorgt durch die ständige Verdunstung für ein besseres Klima im Terrarium. Beleuchtet wird mit einer Arcadia D3-Leuchtstoffröhre und eine 25W-Spotstrahler als Sonnenplatz.
"Babyterrarium" und dazu gehörende Jungtiere von Sceloporus malachiticus im Größenvergleich im Alter von einem Tag und 6 Wochen
Nach der Literatur ist die Aufzucht heikel. Die kleinen haben haben demnach einen enorm hohen Bedarf an Calcium und Vitaminen und sterben bei Unterversorgung leicht. Außerdem kommen sie auch in der Natur im Winterhalbjahr zur Welt und benötigen eine nächtliche Temperaturabsenkung auf ca. 15°C. Daher ist das "Babyterrarium" der kleinen Leguane im Hobbykeller untergebracht.
Nachtrag April 2008
Temperaturen von Dauerhaft über 15°C und Grundtemperaturen im Aufzuchtterrarium von deutlich über 22°C sollten vermieden werden. Nach unseren Erfahrungen ist dann der Stoffwechsel und das Wachstum der Kleinen so groß, dass Mangelerscheinungen (Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium) unausweichlich sind. Solche Mangelerscheinungen können dann vielfach auch zu Zitterkrämpfen und dem Tod der Kleinen führen. Bei uns waren zunächst wegen der Anzahl der Tiere 2 Sonnenplätze in dem Aufzuchtterrarium. Nachdem ein Tier mit Zitterkrämpfen ausgefallen war, betrieben wir das Becken bei stets geöffnetem Fenster neben der Arcadia Grundbeleuchtung lediglich mit einem 25W-spotstrahler als Sonnenplatz. - Der Rest der Jungtiere ist nun aus der kritischen Phase heraus, worin wir die aufgestellte These bestätigt sehen...
Noch einige Bilder der 2008er Nachzuchten im Alter von drei Monaten:
Auch wenn man das trotz der kühlen Temperaturen rasante Wachstum der Jungen betrachtet, erscheinen Mangelerscheinungen bei wärmerer Haltung sehr wahrscheinlich...