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L. schreiberi grey shadow

Bericht über die Erstzucht einer Farbmutation in unserer Terrarienpopulation

Elternpaar der ersten erfolgreichen Rückkreuzung

 

Ich halte, wie auf der Seite Lacerta schreiberi beschrieben, seit 2003 mehrere halbblutsfremde Gruppen der Iberischen Smaragdeidechse (Lacerta schreiberi) mittelspanischen Ursprungs (Sierra de Gredos)  im Zimmerterrarium und konnte mich dabei bereits an mehreren Generationen Nachzuchten erfreuen. 

In einer F2-Generation von 2007 schlüpften zwei völlig von der Norm abweichende Jungtiere. Normalerweise weisen die Schlüpflinge meiner Tiere eine Kaffeebraune Grundfarbe mit creme-weißen Ocellen an den Flanken. Im Gegensatz dazu waren die genannten 2 Tiere von silbergrauer Grundfarbe und hatten ebenfalls die für die Jugendfärbung dieser Art typischen Ocellen, die man jedoch in diesem besonderen Fall eher als leuchtend weiß bezeichnen kann. Bei einem Verhältnis von 2 grauen zu 6 normalfarbenen, braunen Tieren des betroffenen Geleges einer F2-Generation kam mir sofort  das 2. Mendelsche Gesetz (Spaltungsregel) für dominant-rezessiver Erbgänge in den Sinn und ich beschloss die „Silberlinge“ in meinem Bestand zu halten und den Versuch einer Kreuzung oder Rückkreuzung anzugehen um diese Theorie zu überprüfen.

Diese Beiden stellten sich als Männchen heraus und unterschieden sich auch in der  weiteren Farbentwicklung absolut von den normalfarbenen Tieren und ihre Graue Grundfarbe blieb erhalten. Eine intensive Grünfärbung, wie sie meine anderen Tiere dieser Art überwiegend aufweisen, fehlt diesen Tieren auch als Adulti völlig. Lediglich ein leichter Grünstich entwickelt sich im Erwachsenenalter und auch eine Blaufärbung der Köpfe fehlt diesen beiden Männchen gänzlich.

Im Gegensatz zu den prächtigen Hochzeitsfärbungen der Nominate ist die Farbmutation von 2007 einigermaßen farblos. Man kommt sich vor, als betrachte man die Tiere im Dunkeln oder bei extrem schlechter Belichtung. Daher nenne ich sie grey-shadow Farbform.

Nun gelang mir die Rückkreuzung  eines der grey-shadow-Männchen von 2007 mit seiner Mutter (siehe Bild oben) und ich erhielt so 2010 ein befruchtetes Gelege, aus dem nach 50 Tagen Inkubation letztlich 7 graue und 5 braune Jungtiere schlüpften. Alle anderen Schlüpflinge waren bislang braun also „normal“ gefärbt. Bei dem hohen Anteil an grauen Jungen in einer Rückkreuzung (F2b) kann man danach tatsächlich davon ausgehen, dass es sich bei der hier beschriebenen grey-shadow-Farbform  um eine echte, genetisch bedingte Farbmutation handelt, die sich im Erbgang rezessiv verhält.

Geschwister der Rückkreuzung 2010

Hier ist es wohl so, dass es sich um anerythristische Tiere handelt. Wenn die normale Grundfärbung ansonsten braun ist und braun ein Derivat der Grundfarbe Rot ist, welches den beschriebenen Exemplaren der Iberischen Smaragdeidechse offensichtlich fehlt, dann ist diese Überlegung naheliegend.