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Emys orbicularis

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) LINNAEUS, 1758

Gruppe Emys beim Sonnenbad Gruppe Emys orbicularis beim Sonnenbad.

Die Schildkröten erreichen in Abhängigkeit der Zugehörigkeit zu einer Unterart Carapax- (Rückenpanzer-) längen bis zu 23 cm. Derzeit werden von Emys orbicularis  dreizehn Unterarten beschrieben. Alle Unterarten verfügen über eine dunkle, schwarze, grauschwarze oder braunschwarze Grundfarbe, die von individuell unterschiedlichen gelben Stricheln und Punkten unterbrochen wird. Die Unterarten des nördlichen Verbreitungsgebiets sind grundsätzlich dunkler und größer als diejenigen des südlichen Verbreitungsgebietes. Der südspanische Lokalendimit E. o. fritzjuergenobsti beispielsweise ist mit etwa 14cm Carapaxlänge und fast vollständig gelbem Plastron (Bauchpanzer) und auch sonst erheblichem Gelbanteil ebenso wie E. o. orbicularis aus Polen mit der o. a. Maximalgröße ein Paradebeispiel.

Die Europäische Sumpfschildkröte bewohnt ein großes Verbreitungsgebiet von Nordafrika über Spanien, Frankreich, Mitteleuropa, Italien, die Balkanhalbinsel bis weit nach Russland, die Türkei und den Iran.

Nach den Mindestanforderungen für Haltung von Reptilien ist für die Paarweise Haltung bei einer Carapaxlänge von 20cm ein Aqua-Terrarium mit den Maßen 100 cm x 50 cm x 50 cm erforderlich. Nach meiner Erfahrung kann man den Ansprüchen der Tiere damit nicht gerecht werden und es gilt wie immer: Größer ist besser!

Haltungsbedingungen bei uns

Gegenwärtig halten wir 4 adulte Tiere mit dem Geschlechterverhältnis 1,3 und Carapaxlängen zwischen 17 cm und 19 cm auf dem Südbalkon unserer Stadtwohnung in einem Gehege mit der Grundfläche von 150cm x 110 cm. Etwa die 25% des Geheges ist mit Spielsand als Landteil angelegt, der bei warmen Wetter und zur Eiablage genutzt wird. Im Übergang vom Land- zum Wasserteil ist ein Baumstamm platziert, der von den Schildkröten überwiegend als Sonnenplatz genutzt wird.

Ausserdem 4 Jungtiere - Nachzuchten aus den letzten beiden Jahrgängen.

Emys orbicularis orbicularis - Männchen1,0 -  Emys orbicularis auf dem Sonnenplatz.

Haltungsbericht

Ich erwarb 1998 vier Jungtiere des Jahres 1997, die sich alle als Weibchen herausstellten. Leider handelt es sich dabei auch um Tiere einer Gruppe mit verschiedenen Unterarten. Eine Beprobung meiner Tiere steht noch aus. Von Größe und Färbung halte ich sie jedoch für Emys orbicularis orbicularis.

Nach der Anschaffung im April 1998 in Berlin kamen die kleinen in eine Freianlage mit ca 1,5m Durchmesser und einem kleinen nur ca. 20cm tiefen Teich. Aus Sicherheitsgründen brachte ich dennoch Kletterhilfen im Wasserteil als Schutz gegen Ertrinken ein. Ausserdem waren dort stets streunende Katzen unterwegs, weshalb ich von Beginn an ein Vogelnetz über der Anlage montierte. Dennoch waren von den zunächst 7 Tieren bereits in den ersten Wochen 3 Exemplare verschollen. Ich verdächtige nach wie vor Katzen als Ursache des Verschwindens. Hier verbrachten die Tiere die Saison 1998 und 1999.

Zwischenzeitlich lebten die Tiere in Freigehegen im ostfriesische Ostgroßefehn und in Schortens bei Wilhelmshaven.

Das kleinste und hellste meiner Emys-Weibchen, welches nicht so recht zum Rest meiner Gruppe paßte, tauschte ich im Mai 2006 gegen ein größeres, dunkleres Männchen. Das einzige Weibchen, mit dem sich das Männchen 2006 paarte, hatte zu diesem Zeitpunkt eine Carapax- (Rückenpanzer) länge von 17,5cm und ein Gewicht von 980g. Das Tier setzte am 13. Juli 2006 ein Gelege mit 8 Eiern ab, die sich allerdings als unbefruchtet herausstellten. - 2007 wiederum nur ein Gelege mit diesmal 10 Eiern vom größten Weibchen und wieder unbefruchtet.

Seit 2008 haben unsere Tiere jetzt erfolgreich nachgezüchtet

2009

Wir haben ein neues Schildkrötengehege für die Emys auf dem Balkon erstellt. Für die Adulti 150 x 110 cm (zuvor 120 x 100) und ein Jungtiergehege mit den Massen 150 x 50 cm angeschlossen. Oben ein Bachlauf als Filterbeet zur Wasserreinigung und Sichtschutz über einen kleineren Bereich des Wasserteils.

Wir haben alle Tiere gensequenzieren lassen und dadurch herausgefunden, dass sie der Unterart  E. o. orbicularis (Haplotyp I // Ostrasse) angehören, was natürlich für die Zucht von freilandgeeigneten Tieren, die lange Winterperioden ertragen, erheblich von Vorteil ist. 


Wir haben nur 1 Gelege mit 12 Eiern vom größten Weibchen (mittlerweile 18,5 cm Carapaxlänge) bergen können. Daraus wurden 8 Jungtiere inkubiert. Das Jungtier von 2008 ist im Bestand verblieben. Das Bild zeigt den Schlupf einer Emys orbicularis orbicularis 2009.
  
Emys orbicularis: Schlupf im August 2009